Wo bin ich da nur reingeraten?

Ab nächsten Monat werde ich für eine Weile Vollzeit arbeiten. Nach mehreren Jahren Studienzeit und danach nur einer Teilzeitstelle, wird das eine ganz schöne Umstellung werden. Wie leicht man sich doch an freie Zeit gewöhnt.
Aber das zusätzliche Geld können wir gut gebrauchen und in den Arbeitsbereich, in dem ich jetzt vertretungsweise mitarbeiten werde, wollte ich schon seit einer Weile mal „reinschnuppern“.
Was ich noch nicht weiß, ist wie ich mit den dortigen Kollegen klarkommen werde. Und wie ich das mit meiner eigentlichen Arbeit vereinbaren kann. Und wie ich damit umgehen werde, dass das Neue und das Bekannte menschlich nahezu zwei entgegengesetzte Pole sind… und eventuell auch von der Arbeitseinstellung. Da sie meine Anleiterin war, bin ich, was die Arbeit betrifft, sehr von Frau Wintour geprägt und sie macht auch wirklich tolle Arbeit. Aber ich weiß auch, dass ich manches übernommen habe, was nicht meiner Person entspricht. Andererseits weiß ich, dass die Kollegen in manchen Punkten in einer Form arbeiten, die ich so nicht mittragen kann. Oder wird es aus der Nähe ganz anders aussehen?
Ich bin jedenfalls sehr besorgt gespannt, wohin dieses neue Erproben führen wird.
Es wird eine interessante Zeit.

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Lasst, die ihr eintretet, alle Hoffnung fahren

Heute war außerordentliche Vollversammlung im Kleingartenverein.
Bereits nach fünf Minuten dachte ich, dass Alkohol vor (während und nach) der Sitzung eine Notwendigkeit keine schlechte Idee gewesen wäre. Zumal 90% der Anwesenden diesen Gedanken in die Tat umgesetzt zu haben schienen.
Der erste Vorsitzende eröffnete nach Aufforderung die Sitzung, erklärte seinen Rücktritt und dann begann die Diskussion zwischen ihm und dem ehemaligen ersten Vorsitzenden, der die Sitzung leitete. Ich hatte die ganze Zeit einen Satz aus dem Känguru im Kopf: „Noch nie habe ich zwei Betrunkene auf so hohen Niveau diskutieren hören.“ Sowohl hoch als auch Niveau muss hier zwar eingeschränkt werden aber zumindest inhaltlich zusammengehörig und verständlich.
Im Endeffekt diskutierte jeder mit gegen jeden, eine wirkliche Klärung gab es nicht.
Dafür zwei unfreiwillig komische Momente. Mitten in der schönsten hitzigen Diskussion klingelte plötzlich ein Handy mit dem Orgelthema aus dem Phantom der Oper (daaaa dadadadaaaaa). Und dann warf Mirko Satan 2 (aka die Frau des ehemaligen ersten Vorsitzenden) vor, sie habe sich gegenüber einem Außenstehenden benommen wie eine Furie. Das ließ sie sich nicht gefallen und kreischte in Tinnitus-Frequenz ihr Missfallen in den Raum.
Ansonsten verlief der Abend nach dem Motto: „Du hast gesagt und ich hab gesagt und er hat gesagt und sie hat gesagt,…“
Dann musste natürlich noch geklärt werden, wie mit Mirko weiterverfahren wird. Und dafür musste zumindest in groben Zügen erklärt werden, was ihm vorgeworfen wurde. Mein Gegenüber meinte dazu „Sich an jemandem vergehen? Da gehören ja immer zwei dazu.“, woraufhin LaPecorella und ich vehement widersprachen. Mit dem Gegenwind hatte er wohl nicht gerechnet und relativierte seine Aussage. Dieser KGV ist ein ganz typisches Beispiel für

„Die meisten Leute haben ihre Bildung aus der Bild. “ (DÄ)

Nach diesem Abend habe ich Frau Mutter gefragt, ob sie mir nicht als Kind mal einen Schlag auf den Kopf hätte versetzen können. Dummheit könnte das Leben so viel einfacher machen.

Dinge, die mich aufregen (1)

Heute hatte ich nur einen Termin. Ich hatte meiner Klientin extra gesagt, dass sie mir frühzeitig (d.h. gestern) Bescheid geben soll, wenn es nicht klappt. Acht Minuten!!! vorher kommt eine Nachricht, dass sie nicht könne, weil sie einen anderen Termin hat.
Ich hätte heute frei gehabt, wenn sie mir das früher gesagt hätte. Und das wusste sie auch.

Ich suche derzeit eine Beschäftigungsmöglichkeit für einen Klienten von mir und hatte dafür eigentlich die perfekte Firma gefunden. Nach fünf vergeblichen Anrufen, bei denen ich nur andere Mitarbeiter erreicht habe aber nicht denjenigen, den ich brauchte (und während derer mir über einen Zeitraum von zwei Wochen immer wieder gesagt wurde, dass er mich zurückrufen werde), gab man mir widerstrebend seine Emailadresse. Seit mittlerweile wieder anderthalb Wochen warte ich auf seine Antwort. Mein Klient hat unterdessen die Hoffnung aufgegeben und sieht sich anderweitig um.

Kollegen, deren Stelle man streichen könnte, ohne dass es jemandem auffallen würde, während ich meine Stelle ständig verteidigen muss, obwohl sie notwendig ist.

Kollegen, die Klienten nicht annehmen, weil ihnen etwas in deren Persönlichkeit nicht passt. Wir sind Sozialpädagogen, verdammt.

„Für Akademiker und Singles mit Niveau“. Was ist denn das für ein Unsinn? Bedeutet das, dass Akademiker automatisch Niveau haben? Ich hätte da mehr Gegenbeispiele als mir lieb ist. Oder treffen die niveauvollen Singles dort auf niveaulose Akademiker? Und wer bestimmt, wer Niveau hat und wer nicht? Gibt es da einen Test? „Es tut uns leid, ihr Niveau-Wert liegt unter 75%, bitte begeben Sie sich anderweitig auf Partnersuche.“

PEGIDAs und Konsorten, zum Beispiel Frau von Storch mit ihrem Schießbefehl, „Lügenpresse“-Rufer und andere Intelligenz-Abstinenzler.

Nachbarn, die um 22.00 Uhr anfangen, auf ihrer Cajon zu üben (wobei mir LaPecorella aus einem Gespräch mit Frau Holle erzählte, dass die beiden wohl ausziehen… zumindest eine gute Nachricht).

 

Für heute ist genug gemeckert.

Wie die Luft zum Leben

Nachdem ich gerade festgestellt habe, dass ich vor viereinhalb Jahren im Blog der Kitschautorin schon geschrieben habe, dass ich das auch mal machen muss, heute ausnahmsweise mal noch ein zweiter Post von mir und zwar ein Fragebogen zum Thema Bücher. Ich fülle unglaublich gerne Fragebögen aus (übrigens ist es so, dass Leute, die mich gut kennen, ganz oft der Meinung sind, dass ich Dinge ironisch meine, die ernst gemeint sind und Leute, die mich nicht gut kennen, es genau umgekehrt vermuten…).

Aber zum eigentlichen Thema:

„DER ULTIMATIVE BÜCHEREINTRAG“

“Ein Buch, das…”

dich zum Lachen gebracht hat

Zuletzt war das wahrscheinlich „Hauptsache nichts mit Menschen“ von Paul Bukowski. Ich wollte es eigentlich, weil der Titel so gut zu mir passt aber er trifft auch größtenteils meinen Humor.

Und natürlich: Marc-Uwe Klings „Die Känguru-Chroniken“, „Das Känguru-Manifest“ und „Die Känguru-Offenbarung“. Ich höre sonst nie Hörbücher aber die laufen bei mir fast in Dauerschleife.

dich zum Weinen gebracht hat

Oh, da muss ich tatsächlich meine Liste konsultieren…
„Als die Steine noch Vögel waren“ von Marjaleena Lembcke ist sehr hängengeblieben.

„Born on the fourth of July“ war wahrscheinlich das am kürzesten Zurückliegende.

„Harry Potter and the deathly hallows“ als Dobby stirbt… jedes Mal auf’s Neue.

dich nachdenklich gemacht hat

So so viele. Momentan lese ich Erich Fromm „Haben oder Sein“. Ich bin noch nicht sehr weit aber jeder Absatz lässt mich innehalten, das passiert selten.

dich nicht losgelassen hat

Ist lange her und ich kann es mir auch nicht wirklich erklären aber: „LOVE“ von Stephen King.

dich total enttäuscht hat

Oblomov. Ohne Worte

dich überwältigt hat

Rohinton Mistry „Das Gleichgewicht der Welt“ und „Der Schatten des Windes“ von Carlos Ruiz Zafón.

„Komm, ich erzähle dir eine Geschichte“ von Jorge Bucay. Vielen Dank an Mila dafür.

dich positiv überrascht hat

„Gone Girl“ von Gillian Flynn. Normalerweise bin ich von Büchern, die so gehyped werden, fast immer enttäuscht aber hier gibt es eine sehr gut aufgebaute Geschichte mit fast überraschendem Ende.

du nicht beenden wolltest, weil es so gut war

Oh je… „Das Gleichgewicht der Welt“ hätte ich noch ewig weiterlesen können aber nach guten 800 Seiten (und drei Tagen) war leider Schluss.

du nicht aus der Hand legen konntest

s.o.

du abgebrochen hast

Jostein Gaarder „Sofies Welt“. Ich weiß nicht, warum , ich komme einfach nicht ran.

Und ein Buch, von dem ich bereue, es bis zum Ende gelesen zu haben: „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“.

du als Letztes in der Schule gelesen hast

Ich habe mein Abi vor etwa 14 Jahren gemacht… ich habe nicht die geringste Ahnung

du eigentlich nie lesen wolltest

Wüsste ich jetzt tatsächlich nichts. Zumindest nichts, was ich dann doch gelesen hätte.

auf deinem Nachttisch liegt

Ein Krimi, „Meerjungfrau“ von Camilla Läckberg.

du unbedingt weiterlesen möchtest

Die Bibel… „Know thy enemy“

 

 

Und es fallen mir bestimmt noch ganz ganz viele andere Bücher ein… es gibt so viel tollen Lesestoff. In diesem Sinne schalte ich jetzt den Laptop aus und lese weiter.

Bis bald.

An Tagen wie diesen

(und ich finde dieses Lied, so wie nahezu alles, was die Hosen nach spätestens 2000 gemacht haben, ganz grauenhaft)

7.57 Der Bus fährt mir vor der Nase weg, der hätte doch eigentlich erst in einer Minute kommen sollen, dann halt den nächsten, dann krieg ich den Anschluss auch noch.

8.07 Der Bus sollte schon seit einer Minute da sein, ich habe nur zwei Minuten zum Umsteigen.

8.15 Ich schreibe meinen Kolleginnen, dass ich später komme.

8.17 Der Bus kommt. Ich finde meine Fahrkarte nicht. Jetzt ist es auch egal, ich suche in Ruhe und warte auf den nächsten.

8.18 Der Bus ist da und die Fahrkarte auch.

8.26 Anschluss erwischt. Vermutete Verspätung: 10 Minuten.

8.45 Tatsächliche Verspätung: eine Viertelstunde. Ist ja nur ein Gespräch mit einem rechtlichen Betreuer wg. einer akut schizophrenen Klientin.

9.10 Gespräch vorbei. Der Betreuer will das Wochenende abwarten, die Klientin sagt, sie wird ihre Medikamente wieder nehmen. Ich glaube nicht daran.

9.15 Mein Bus kommt. Voll wie eine U-Bahn in Tokio. Ich warte auf den nächsten.

9.50 Vor dem Büro wartet schon mein nächster Termin. Ärger mit dem Amt wegen zu viel bezahlter Leistungen. Verdacht des Sozialbetrugs. Dummerweise eventuell berechtigt, wenn auch vermutlich nicht aus bösem Willen, sondern aus Unwissenheit. Aber die schützt ja bekanntlich vor Strafe nicht.

11.00 Mittlerweile hat Frau Wintour noch einmal mit dem Betreuer gesprochen und ihm verschiedene Informationen gegeben, die sie von Bekannten der Klientin bekommen hat. Und die allesamt für einen sehr heftigen Krankheitsschub sprechen. Der Betreuer meint, wir warten ab. Wenn sie ihre Tabletten wieder nimmt, könnte es sich wieder geben.
Dafür müsste sie allerdings zum Arzt, ich glaube nicht, dass das passiert und ich kann es ihr nicht abnehmen.

11.15 Die Mitbewohnerin der Klientin macht sich Sorgen und fragt, was sie machen soll, wenn es schlimmer wird. Das wüsste ich auch gern. Polizei oder Krankenwagen nehmen sie nur mit, wenn sie im Moment ihrer Anwesenheit eine akute Gefahr feststellen. Und sie kann sich noch ganz gut verstellen, wenn es sein muss. Frau Wintour schlägt vor, sich mit den Eltern der Klientin in Kontakt zu setzen. Wir arbeiten sonst nicht mit Eltern aber in diesem Fall besteht ein gutes Verhältnis.

11.45 Langes Gespräch mit der Mutter. Die Mitbewohnerin darf sich gern bei ihr melden, falls etwas ist.

12.00 Hätte ich nicht eigentlich vor einer Stunde einen Termin gehabt?

12.05 „Hallo, Frau Schmitz, wo sind Sie denn?“ „Unser Termin ist doch erst morgen!“ „Nee, heute, um 11.00.“ „Ich habe mir Donnerstag aufgeschrieben.“ „Heute ist Donnerstag.“

Dann halt Papierkram.

13.15 Teambesprechung. Mehr Betreute als Zeit.

15.00 Dienstschluss.

15.05 Regen, was sonst.

Die Dienstleister und ich

Gerade war der DHL-Bote mit einem Paket da „Hallo. Altersprüfung brauch ich da ja nicht.“
„Sehr charmant aber Sie haben Recht.“
„Naja, bei allem guten Willen, als 15 kann ich Sie nicht mehr durchgehen lassen.“
Mpf, ist mir auch klar, wie 15 will ich auch nicht mehr aussehen, auch nicht wie 18 und ich finde, dass ich für mein tatsächliches Alter auch ganz gut und vielleicht sogar jünger aussehe aber trotzdem. Die Begrüßung klang, als würde ich aussehen wie 60!

Gestern war ich beim Zahnarzt, weil ich Schmerzen hatte. Nach einer Weile untersuchen, Röntgenbildern machen, betäuben und der Aussage: „Das ist wahrscheinlich eine Zahnfleischentzündung.“, beschloss der neue, junge Zahnarzt (der bei der Altersprüfung übrigens bestimmt seinen Ausweis hätte zeigen müssen), doch noch den schwarzen Fleck am schmerzenden Zahn zu entfernen. Während des Bohrens meinte er dann: “ Hm, vielleicht ist das Loch doch der Grund für Ihre Schmerzen.“  Wirklich, Herr Doktor? Nachdem Sie mir zu Beginn gesagt haben, dass das nicht mal ein Loch sei? Wollen Sie nicht vielleicht noch eine weitere Untersuchung machen, ich sitze hier grad so bequem…

Und schließlich Ikea. Wir wollen uns nach und nach die Einzelteile zu unserer neuen Schrankwand zusammenkaufen und nutzten die Tatsache, dass wir  Ikea-Adventskalender einen 250€-Gutschein gewonnen hatten, für Part 1.
Die Computersuche für das Teil, welches wir wollten, ergab: „Bitte wenden Sie sich an einen Mitarbeiter.“
Kein Problem.
„Ja, in der Farbe haben wir das hier gar nicht vorrätig, nur das Sideboard.“
Das bringt mir gar nichts…
„Ich kann Ihnen sagen, in welchen Ikea-Häusern in Deutschland es das gibt.“
„Nein danke, das ist…“
„In Köln, in Hamburg, Hamburg 2,
(nicht nötig, wir werden wegen der Farbe nicht quer durch Deutschland fahren, wir nehmen einfach ein anderes) Berlin, Hannover, Bremen, (hallo? Haaaaalloooooo?), München, Ludwigsburg,…,…,…,…,…,…“
Fertig?
Fertig.
„Vielen Dank, wir nehmen es einfach in weiß.“

Verbrecher im KGV

Am Freitag waren Dieter und Brigitte wieder mal bei uns.
Sie versuchen noch immer, eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen aber so einfach ist das offenbar nicht. Im Februar wird es jetzt aber hoffentlich soweit sein, nachdem die beiden alle Mitglieder, deren Adressen sie auftreiben konnten, zwei Mal abgeklappert haben.
Aber das ist scheinbar im Moment das weniger Problematische.
Dieter: „Es gibt da noch was, wenn das rauskommt…“
Brigitte: „Jetzt sag es den beiden doch, die sind doch verschwiegen!“ Ganz ehrlich, wem sollten wir es auch erzählen? Wenn die Geschichte durch den KGV geht, dann durch Dieter und Brigitte selbst.
Dieter: „Der Detlef hat ja seinen Garten verkauft, weil er nach Bayern gezogen ist aber er war jetzt noch mal hier, weil er bei der Polizei Anzeige gegen Mirko erstattet hat. Und er ist auch nicht der erste, der ihn hätte anzeigen können, da ist wohl schon öfter was passiert, wenn der betrunken war.“ Na holla, die Waldfee!
Natürlich ist Vorsicht geboten, ich weiß nicht, wieviel von dem stimmt, was die beiden erzählen. Aber leider würde ich Mirko das zutrauen. Und noch mehr.