Samstag, die zweite

Irgendwann gegen Mittag kam Heinrich und begrüßte uns mit den Worten „na, meine zwei Liebesperlen!“. Ich weiß, Liebesperlen sind diese kleinen Zuckerdinger aber aus seinem Mund klang es irgendwie anzüglich.
Er ließ sich zum zwanzigsten Mal den Weg zur Milch erklären (fand jedoch Bier und Korn auf Anhieb) und trank letztere dann gleich vor der Tür.
Kurze Zeit später kam er dann wieder zur Kasse und betrachtete die Kaugummiauswahl.
„Welches fällt denn am wenigsten auf, wenn die Polizei kommt?“ (ahm… hm… vor solchen Problemen stand ich jetzt noch nie… Minze ist ja der Klassiker… und warum helfe ich dir bei dieser Frage überhaupt?)
Er suchte noch eine Weile und beschloss dann, dass es auch ohne Kaugummi gut gehen würde.
Kann man irgendwo eine Polizeistreife in Zivil bestellen, die sich an Samstagen vor unserem Markt postiert und Alkoholkontrollen durchführt?

Kurz darauf kam dann Birgit, eigentlich auch eine der Ritterinnen. Heute mal in Absatz- und nicht in Hausschuhen und begrüßte mich wie immer mit „Hallo, Leergut!“.
Ich bin nicht Leergut, ich bin Miss Bad. Ein Blick auf mein Namensschild überzeugte mich davon (Helmut meinte letztens übrigens, das „little“ sei untertrieben. Ich weiß nicht so ganz, wie ich diese Aussage deuten soll).
Ich nahm ihr das Leergut* ab, verräumte es und zog ihr dann ihren Einkauf an der Kasse ab. Birgit ist eigentlich pflegeleicht.

Im Gegensatz zu Walter. Walter kommt an einem Samstag durchschnittlich drei Mal, weil er viel einkaufen muss aber nicht alles in den Anhänger seines Mopeds bekommt. Gestern hatte er Luftprobleme und fragte mich, halbwegs freundlich, ob ich seinen Einkauf zusammensuchen und zur Kasse bringen kann.
Es war sonst nicht viel los und wir sind ja freundlich (das diskutiere ich ein andermal aus 😉
Also trug ich die Sachen zusammen, brachte sie zur Kasse und packte sie ihm auf seine ‚Bitte‘ sogar noch ein.
Das kommentierte er mit: „Das kannst du dort hin packen, das da. Okay, jetzt darfst du den Deckel drauf machen.“
Bei diesem gönnerhaften Befehlston fällt es mir schwer, ruhig zu bleiben. Das nächste Mal kann er seinen Mist wieder allein zusammensuchen. Atemprobleme hin oder her.

P.S.: Andy mit dem Herzkatheter ist am Freitag offenbar noch gut zurück ins Krankenhaus gekommen. Zumindest sah er gestern schon deutlich frischer aus.

* wusstet ihr, dass das Gegenteil von Leergut Vollgut ist?

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