Ein Tag in der Stadt

Morgen ist der erste Dezember. D.h. das erste Türchen am Adventskalender sollte bereit sein, geöffnet zu werden. La Pecorella und ich hatten uns vorgenommen, dieses Jahr selbst Adventskalender zu basteln und da ich momentan grundsätzlich nie Zeit habe, um irgendetwas vorzubereiten, waren wir erst heute in der Stadt und haben mit kleinem Budget Inhalte für 24 Tage gekauft. Nach drei Stunden haben wir uns wiedergetroffen.
Aber vorher waren wir noch im CundA, dem Laden mit den unvorteilhaftesten Spiegeln. Zu Hause dachte ich noch „mh, man sieht, dass du etwas abgenommen hast“, in der Umkleidekabine dann „boah, bist du fett.“ Solche Spiegel können doch unmöglich verkaufsfördernd sein.
An der Kasse standen vor uns drei dunkehäutige Frauen. Irgendwie waren die Schlangen durcheinander und auch eine Mutter mit etwa vierjährigem Kind war der Meinung, als nächstes dran zu sein. Als es soweit war, gingen die drei Frauen zur Kasse und das Kind sagte zu seiner Mutter: „Mama, die drängeln vor!“
Daraufhin die Mutter: „Lass mal, die können das nicht verstehen.“
Auch latenter Rassismus ist Rassismus.
Die Frauen verabschiedeten sich dann übrigens in akzentfreiem Deutsch.

Später, auf meiner Einkaufstour erlebte ich dann noch eine kreative Mutter-Kind-Szene.
Eine lange Schlange an der Kasse, das Kind sitzt im Kinderwagen und quengelt. Es wird immer lauter.
Die Mutter: „Komm schon, das kannst du besser!“
Das Kind quengelt weiter: „Los, da geht noch was!“
Das Kind quengelt lauter: „Zeig was du kannst!“
Und Ruhe.