Entschuldigung an den Spinat

Es ist notwendig:

Lieber Spinat, ich möchte mich in aller Form bei dir entschuldigen. Du bist definitiv intelligenter als Lady Gaga.
Am Samstag war sie wieder da. Ihre Mini-Terrierhündin in ein Neoprenjäckchen gehüllt, die Leine mit Herzen und Strasssteinchen verziert. Sie selbst, um Martina Schwarzmann zu zitieren, eine „solariumsverbrannte Trockenwachtel“ – oder „Elektrobroiler“, wie Frau Wintour diesen Typ Frau beschrieb.
Wie immer stürmte sie auf Iris zu.

„Schau mal, Schätzelein, was ich gefunden habe. Sind die nicht toll? Die sehen aus wie echt, das erkennt man gar nicht, dass die künstlich sind!“
(In der Hand hält sie drei Rosen, denen man die Künstlichkeit schon auf vier Meter Entfernung ansieht)
„Das war mein Glück mit dem Sturm, die steckten in nem Beet, da dachte sich die Lady Gaga: die sind da extra für dich!“
(Die Logik in diesem Satz ging mir etwas verloren aber wie gesagt, Spinat ist intelligenter.)

Irgendwann regte sie sich dann über Bekannte auf und sagte die Sätze, bei denen ich Iris nicht mehr anschauen konnte, ohne lachen zu müssen:
„Manche Menschen sind so krank! Manche Menschen sind so dumm, die sind so krank im Kopf!“
Und das mit einer Wortfrequenz von etwas 5 pro Sekunde und einer Stimme, gegen die die Heidi Klum-Persiflage von Switch angenehm ist.

Zuletzt dann die Verabschiedung von Iris. Wie bereits an anderer Stelle erwähnt, kann Iris Lady Gaga auch nicht leiden, ist aber zu freundlich, das zu zeigen. Die Verabschiedung zog sich über zehn Minuten hin, immer wieder begleitet von einem hoffnungerweckenden „Ich muss jetzt gehen.“
Schließlich war es dann aber soweit.
„Komm mein Schatz, lass dich umarmen!“ Schmatzer links, Schmatzer rechts. „Ach, lass dich noch mal umarmen, mein Schatz, wir sehen uns ja jetzt so lange nicht!“ Und das ganze noch mal.
Wenn sie das bei mir versucht hätte, hätte ich ihr diverse Möglichkeiten angeboten. Schläge wären das Harmloseste gewesen.

Und dann war da noch die Kundin im Bertelsmann-Club.

„Hier war doch mal Club. Wo is der Club jetzt?“

„Immer noch hier. Der heißt jetzt nur anders.“

„Ah, weil krieg isch immer noch Katalog, da steht Club drauf.“

„Ja, auf dem Katalog steht das auch noch.“

„Weil hab isch Buch bestellt.“

„Auf welchen Namen denn?

„Auf meinen!“

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