Das ist alles nur in meinem Kopf

Sekt, Tiramisu, Grey’s Anatomy und Final Destination 5 – La Pecorellas Geburtstagsprogramm hat mir auch etwas aus dem Tief geholfen.
Irgendwie war es sowieso seltsam. Mein Kopf hat mir gesagt, dass ich noch kann, mein Körper signalisierte mir das genaue Gegenteil.
Es begann am Freitag um 13:30 Uhr. Währed ich mit Frau Wintour und einer Klientin im IKEA war, kam ein Anruf von Gisela. Nicht nur in unserem Markt, sondern auch in allen zugehörigen, seien alle krank. Ob ich am Abend noch vorbei kommen könnte. Und wenn es nur für eine halbe Stunde wäre. Gut, Praktikum war bis mindestens 17:00 Uhr angesetzt, am nächsten Tag musste ich auch ab 08:30 Uhr arbeiten, etwas Freizeit dazwischen wäre schön gewesen.
Aber obwohl ich gern das Gegenteil behaupte, bin ich irgendwo doch nett. Oder, wie es eine Kundin gestern nannte: „Sie sind ein reizendes Wesen.“
Also bin ich noch für zwei Stunden in den Markt gefahren. Der Tresor ist immer noch nicht repariert, mittlerweile wurde aber zumindest das Rollengeld befreit. Seit zwei Wochen spielt die Abendschicht jetzt also Ostern mit der Morgenschicht und versteckt das Wechselgeld irgendwo im Markt. Zwei Wochen ohne Tresor, besonders professionell finde ich das von der Leitung nicht. Wenn das so weiter geht, stelle ich das Zählbrett mit dem Wechselgeld demnächst gut sichtbar an die Vordertür.

Nachdem Mike am Freitag gegangen ist, musste ich erst einmal aufräumen. Wenn die Aushilfe, den Laden unordentlicher verlässt als sie ihn betritt, läuft irgendetwas falsch. Am Samstag beschloss er um 14:00 Uhr, Feierabend zu machen. Dienst ist bis 16:00 Uhr. Und dann nennt er mich die ganze Zeit Kleines oder Süße. Ob ich für den Markt auch Supervision bekommen kann? Irgendwas muss ich da machen.

Und Helmut… oh je, Helmut. Er wird jetzt genauso behandelt wie andere Kunden. Da er sich aber in seiner Sicht von den anderen abhebt, passt ihm das gar nicht. Er muss ab jetzt jedes Bier, was er nimmt, gleich bezahlen und darf nicht mehr – wie sonst – erst draußen trinken und dann zahlen. „Das ist doch kompletter Mist, was ihr hier macht… grummel grummel grummel… was soll das denn… grummel… so ein Blödsinn… grummel grummel.“ Er versuchte noch mit mir zu diskutieren und sagte, dass er dann auch demnächst woanders einkaufen könne. Mein nicht besonders verkaufsfördernder Kommentar dazu war: „Dann mach das, Helmut, ich habe damit kein Problem.“
Wie schön wäre das…

 

Morgen Vormittag muss ich zur Uni und eine Professorin fragen, ob sie Erstleserin für meine Bachelorarbeit wird. Sie wäre meine erste Wahl, also wünscht mir Glück.