Here we go again

„In X werden jetzt Asylanten im Rathaus untergebracht. Noch ein Grund, nicht in den Osten zurück zu gehen.“
Wä? Der Zusammenhang erschließt sich mir nicht ganz.
„Mutti Merkel hat gesagt, wir sollen kommen. Und jetzt kommen sie alle.“
Irgendwie bin ich doch wieder im falschen Film. Ich möchte mich nicht schon wieder über Asylsuchende unterhalten. Oder Asylanten, je nach politischer Marschrichtung des Gesprächspartners. Ich finde, Asylant hat einen Beigeschmack, es klingt nach Schmarotzertum. Natürlich werden unter der Menge an Asylsuchenden auch ein paar zwielichtige Gestalten sein, Menschen die einfach nur ein besseres Leben als in ihren Heimatländern suchen und das Sozialsystem ausnutzen wollen. Aber für die meisten Menschen, die derzeit in Deutschland ankommen, geht es nicht um ein besseres Leben, es geht darum, zu überleben. In Syrien ist Krieg, eine dauerhafte Bedrohung des Lebens. Diese Menschen kommen nicht, weil sie ihr Land satt haben und vom tollen Sozialsystem in Deutschland gehört haben, sie kommen, weil sie Angst haben, weil sie keine Kraft mehr haben und weil sie leben möchten.
Und natürlich wollen sie nach Deutschland, Schweden, etc. kommen und nicht in Slowenien oder anderen Ländern bleiben. Wenn in Deutschland Krieg wäre, würde ich auch in ein Land fliehen, in dem ich Zukunftschancen sehe.

Die Unterhaltungen zum Thema werden sich in nächster Zeit wohl nicht vermeiden lassen und es ist wichtig, sie zu führen. Gerade bei meinen Klienten gibt es vielleicht noch die Möglichkeit, auch andere Standpunkte zu zeigen.
Aber ich bin müde von den immergleichen Argumenten, die letztlich zu einem großen Teil aus der Angst vor einer Überfremdung, vor einem Verlust deutscher Werte, entstehen.
Ich glaube fest daran, dass Integration möglich ist und dass Deutschland durch Zuwanderung reicher und nicht ärmer wird.
Ich glaube daran, dass diese Krise überstanden wird. Und nicht zuletzt glaube ich daran, dass die Mehrzahl der Deutschen keine Rassisten sind, dass sie die „schweigende Mehrheit“ sind, die den  Populisten und Demagogen durch ihr Handeln die Stirn bieten.

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