Ähm…?!

Der Vortrag begann mit den Sätzen: „Ich mach das nicht gern, ich bin so schlecht.“
Damit waren die Erwartungen schon recht niedrig geschraubt, kann ja auch seine Vorteile haben.
Niedrige Erwartungen noch zu unterbieten, ist allerdings eine Kunst für sich.

Die Kommilitonin, die heute den Vortrag in der Praktikanten-Selbsthilfegruppe gehalten hat, arbeitete in der Schulsozialarbeit.
Die nächstfolgenden Sätze waren etwas kryptisch: „Ich bin da jetzt fertig aber mein Bruder ist da noch. Ich war da, um meinem Bruder zu helfen, dem geht’s nicht so gut aber jetzt geht es ihm besser, er bekommt Tabletten.“ Das konnte jetzt von Lactose-Intoleranz über ADHS bis Leukämie alles bedeuten, wurde aber auch während des Vortrages nicht aufgeklärt. Und vor allem fand – den Gesichtern der anderen Seminarteilnehmer nach zu urteilen – nicht nur ich das ein wenig unpassend.

Sie erzählte dann, was ihre Aufgaben waren, wie das Leitbild aussieht, etc. Manches, was seltsam wirkte, war sicherlich ihrer Nervosität zuzuschreiben. Zum Beispiel das Lachen an Stellen, an denen es seltsam wirkte: „Wir haben an der Schule viele Ausländer. Und Nazis. Hahahaha.“

Aber an anderen Stellen habe ich mich gefragt, ob sie den richtigen Praktikumsplatz gewählt hat, zum Beispiel als sie sagte: „Ja und dann haben die Pause und dann haben wir die an der Backe.“ Wenn du Kinder nicht magst, solltest du eventuell – nur ganz eventuell – nicht unbedingt in einer Schule Pratikum machen.
Wenn ich kein Wasser mag, mache ich doch auch keinen Urlaub am Meer.